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Um ihren Bedarf an jährlich 20.000 ZeitsoldatInnendecken zu können, greift die Bundeswehr zunehmend auf neue Mittel, aber auch auf bereits bewährte Methoden zurück. Die Jugendoffiziere -- eigentlich eine relativ alte Institution -- gehen gezielt und kalkuliert auf Schulen und sogar einzelne LehrerInnen zu, um Zugang zu Jugendlichen zu erhalten, sie zu indoktrinieren und für die Mitarbeit bei der Bundeswehr zu gewinnen. In Hamburg gibt es mit Hauptmann Unger und Hauptmann Radau sogar gleich zwei dieser Offiziere.

Diverse Internetportale, Karrieretreffs, wie es sie in Celle und in Uelzen bereits in diesem Jahr gab, gehören eher zur jüngeren Generation der Anwerbungsmethoden. Ergänzt werden diese durch Rollenspiele, wie sie von der Bundeswehr auf Messen für Jugendliche angeboten werden. Dabei sollen junge Menschen sich in die Rolle der zuständigen Militärs versetzen und selbst "Sicherheitspolitik" machen. Unseren Flyer zu diesen Methoden findet ihr unter http://antimilitarismus.de.vu/ in der Rubrik "Wehrpflicht".

Traditionelle Mittel wie die Wehrpflicht zählen aber auch weiterhin zu den effizientesten Mitteln, junge Männer von den blutigen Kriegen Bundeswehr zu überzeugen, zumal sie nicht sofort mit dieser Realität konfrontiert werden. Der Zivildienst bildet keine politische Alternative, weil er erstens Arbeitsplätze vernichtet, zweitens dennoch ein Zwangsdienst ist und drittens im Ernstfall die ehemaligen Zivildienstleistenden auch dem militärischen Apparat unterstehen.

Insgesamt war der Vortrag ein faktenreiches Plädoyer dafür, warum Jugendliche den Kriegsdienst grundsätzlich ablehnen sollten, wie sie das am effizientesten tun können und wo man die nötigen Informationen dazu erhält. Allerdings kann es nicht dabei bleiben: Auch eine Privatarmee, die keine Anbindung an die Bevölkerung mehr besitzt, kann laut Mielke kein erstrebenswertes Ziel sein, weil mit der Abschaffung des Kriegsdienst die Ziele und Mittel der Bundeswehr weiterhin bestehen.

Daher muss die Abschaffung des Kriegsdienstes mit der Abschaffung der Bundeswehr einhergehen.

Auch wenn die anschließende Diskussion noch viel Gesprächsstoff bot, war man sich zumindest in diesem Punkt an jenem Abend einig.

 

Die Veranstaltung ist Teil der Antimilitarismuskampagne "Mit Kapitalismus ist kein Frieden zu machen!" des Landesverbands Hamburg der Linksjugend ['solid], in deren Rahmen wir zusammen mit anderen Organisationen auch schon einige Aktionen, z.B. gegen die Internationale

Militär- und Blasmusikparade in Hamburg, gemacht haben.

Zu unserer nächsten Veranstaltung am 7.4.2010 haben wir Rolf Verleger ins Bürgerhaus Wilhelmsburg eingeladen, der über das gespannte Verhältnis zwischen dem Judentum und Zionismus einerseits sowie der israelischen Staatspolitik und dem Verhalten der Bundesregierung und Teilen der exlinken Deutschen andererseits sprechen wird. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Nähere Informationen zur Kampagne und zur Veranstaltungsreihe sind im Internet unter www.antimilitarismus.de.vu <http://www.antimilitarismus.de.vu/> zu finden.