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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und eine Vertreterin des Kitastreik-Bündnisses haben sich unter anderem mit ihren Reden mit uns solidarisiert. Leider konnten sich die Kitabeschäftigten selbst nur vereinzelt am Streik beteiligen, da ihnen dies per Gerichtsbeschluss ein paar Tage zuvor verboten wurde. Als die Demo am Karstadtgebäude in der Innenstadt entlang ging, wurde die Solidarität mit den ArbeiterInnen von Karstadt bekundet und der Demospruch: „Unsere Antwort auf eure Politik, Streik in der Schule, Streik im Betrieb“ angestimmt.

 

Gemeinsam können wir Verbesserungen erkämpfen. Ein Demo-Redebeitrag unseres Landesverbands Hamburg der Linksjugend ['solid] auf dem Lautsprecherwagen begann mit den Worten: „Dieser Streik ist in Form und Inhalt ein Aufschrei gegen die bestehende Ordnung. Eine Ordnung, nach der sich alles rechnen, alles effizient, alles verwertbar sein muss.“ Gegen diese Ordnung – den Kapitalismus – kämpfen wir als sozialistischer Jugendverband, denn Verbesserungen werden uns in diesem System wieder weggenommen, sobald Kapitalisten und ihre VertreterInnen in den Regierungen die Möglichkeit dafür sehen. Das grundlegende Problem liegt darin, dass nur danach gehandelt wird, was einigen wenigen den maximalen Profit bringt. Diese Minderheit verfügt über Produktionsmittel und Kapital und bestimmt über die Mehrheit. Deswegen kämpfen wir für jede Verbesserung, verbinden dies aber mit dem Kampf für eine Gesellschaft, in der wir selber entscheiden, was und wie wir lernen wollen sowie was und wie produziert wird – eine sozialistische Gesellschaft.

 

Wie weiter?

Auf der Demonstration wurde mit Flugblättern für die Veranstaltung des Landesverbands Hamburg der Linksjugend ['solid] am Folgetag zum Thema „Wie weiter nach dem Bildungsstreik?“ verteilt, die uns teilweise regelrecht aus der Hand gerissen wurden. Der Drang nach Inhalten sowie das Bewusstsein dafür, dass sich nichts ändert, wenn man nicht selbst dafür kämpft, ist groß. Auf der Veranstaltung diskutierten dann VertreterInnen der Linksjugend ['solid], SchülerInnen und StudentInnen mit einem Bildungsaktivisten aus Frankreich, sowie einer Vertreterin des Kitastreik-Bündnisses über Perspektiven von gemeinsamen Kämpfen. Die Vertreterin des Bündnisses berichtete davon, dass es zu Zeiten der 1968er ganz normal gewesen wäre, dass die Studierenden die Beschäftigten und umgekehrt unterstützt hätten. Der Gast aus Frankreich berichtete von wochenlangen Protesten und eintägigen Generalstreiks. Diese würden, seiner Auffassung nach, aber von der Gewerkschaftsführung nur ab und zu durchgeführt, ohne ein wirkliches Interesse daran zu haben, den Beschäftigten auch dazwischen Möglichkeiten zu geben, den Widerstand aufzubauen. In Deutschland wäre jedoch ein eintägiger Generalstreik ein riesiger Erfolg. Ein konkreter Schritt, die Bewegung in diese Richtung weiter aufzubauen, kann die Kita-Demo am Mittwoch 8.7.09 sein, an der außer Kitabeschäftigte auch alle anderen Interessierte aufgerufen sind sich zu beteiligen.

Das nächste Treffen des Bildungsstreikbündnis in der HWP (von Melle Park 9), am Sonntag 21.06.09 um 15:00 Uhr kann dazu dienen diese Beteiligung zu planen und eigene Widerstandsstrukturen zu schaffen bzw. Vorhandene auszubauen, wie z.B. Komitees an einzelnen Schulen, an den Universitäten und in den Städten etc. Auf dem Treffen soll vor allem über die Perspektiven nach dem Bildungsstreik diskutiert werden.